Wir über uns

1. Grundsätze der Sächsischen Orgelakademie

Eine Orgel ist mehr als nur ein Musikinstrument mit Pfeifen und Klaviaturen, sie zählt in ihrer künstlerischen Bedeutung und ihrer Funktion zum kostbarsten Kulturgut eines Landes oder einer Region. Die Orgel stellt ein kompliziertes Einzelprodukt dar, entstanden aus der Zusammenarbeit verschiedener künstlerischer und kunsthandwerklicher Kräfte. Sie ist gebunden an einen Raum mit seiner spezifischen Atmosphäre und Akustik. Es gibt kein Instrument, das in ähnlicher Weise solchen Veränderungen in seinem musikalischen Aufgabenbereich und in seiner technischen Zusammensetzung ausgeliefert war, wie die Orgel. Durch die musikalisch und architektonisch kontinuierliche Entwicklung der Orgelwerke von Jahrhundert zu Jahrhundert treten die verschiedenen Stilepochen charakteristisch in Erscheinung, und Orgelbaugeschichte wird somit auch zugleich Geistesgeschichte, die nicht nur mit Musik- und Kunstgeschichte aufs engste verbunden ist, sondern Kulturgeschichte im umfassenden Sinne darstellt.
Die Vielgestaltigkeit der Orgelbauten zeigt, dass Sachsen als Orgellandschaft nicht isoliert betrachtet werden kann. Vielmehr sind neben dem deutschen Sprach- und Kulturraum die angrenzenden Regionen mit einzubeziehen.
Wird der Begriff Orgellandschaft enger gefasst und in selbständig entwickelte Kulturlandschaften eingeteilt, kristallisiert sich der sächsische Raum zu einem besonderen landschaftlichen Gefüge mit der Orgel als einem der kostbarsten Schätze musikalischer Kultur heraus.
Die Bestrebungen der Sächsischen Orgelakademie richten sich auf eine Synthese von Wissenschaft und Kunst. Sie wirken im Sinne all jener, denen die Orgel Beruf und Anliegen ist, im Sinne von Lehre und Forschung. Sie dienen der Aufarbeitung und Wahrung von orgelbautechnischen und orgelmusikgeschichtlichen Traditionen. Sie dienen der Aus- und Weiterbildung von Schülern, Studenten, Kirchenmusikern und interessierten Laien, aber auch all jener Institutionen, die sich mit der Kultur und Geistesgeschichte der Region befassen.
Die Arbeitsschwerpunkte konzentrieren sich auf die Orgelmusik und den Orgelbau der sächsischen Region. Dies bedingt selbstverständlich Vergleiche zu benachbarten Regionen wie Thüringen, Franken, Böhmen oder Schlesien und Orgellandschaften europäischer Länder. Hierbei erfolgt grundsätzlich keine Bewertung bestimmter Epochen und Zeiten. Alle vorhandenen Zeitdokumente werden gesammelt, gesichtet und in geeigneter Weise erfasst. Als dringliche Aufgabe, die sich jetzt mit Nachdruck stellt, wird jedoch die Dokumentation der Orgelkultur des 19. und 20. Jahrhunderts betrachtet, da bereits zu viele Instrumente verloren und zahlreiche Bestände an Musikalien vernichtet worden sind, vor allem jene, die musikalische „Alltagskultur" bezeugen könnten.
Die Sächsische Orgelakademie strebt europaweit die Zusammenarbeit mit Institutionen und Gesellschaften an, die auf diesem Gebiet arbeiten. Dazu zählen z. B. die Gottfried - Silbermann - Gesellschaft, die Gesellschaft der Orgelfreunde sowie Hochschulen und kirchenmusikalische Institute.
Die Sächsische Orgelakademie versteht sich als eine musikkulturelle Einrichtung der Region, die auf einem spezifischen kulturhistorischen Gebiet Forschungsarbeit leistet und regionale musikhistorische Zeugnisse wissenschaftlich und künstlerisch dokumentiert.

2. Aufgaben der Sächsischen Orgelakademie

Sammlung/ Studien

- Studien zu den Instrumenten (Bauzeiten, Datenbank,
Orgelatlas,Fotoarchiv, Klangdokumente)
- Organologische, technologische und kunstgeschichtliche Studien
- Studien zu den Orgelbauern: Sammlung von Zeugnissen
- Studien zur Geschichte des Orgelspiels
- Studien zur Orgelmusik: Sammlung von Noten besonders im
Hinblick auf den drohenden Verlust von Notentexten aus dem 19. und
frühen 20. Jahrhundert
- Aufbau eines Orgelmusik-Archivs
- Aufbau einer Programmsammlung (Programme von Orgelkonzerten und
kirchenmusikalischen Veranstaltungen)

Vermittlung

- Kurse, Seminare und Vorlesungen
- Beratung von Organisten, Kirchenmusikern, Orgelbauern und
Orgeldenkmalpflegern bei Restaurierungen
historischer Instrumente wie auch bei Neubauten, um einen regionalen
Charakter der Orgelbauten zu wahren
- Unterstützung wissenschaftlicher Arbeiten, auch Initiierung neuer Studien
(in Zusammenarbeit mit sächsischen Hochschulen)
- öffentliche wissenschaftliche Colloquien (auch in Zusammenarbeit mit
sächsischen Hochschulen), insbesondere mit ähnlichen Institutionen in
den Nachbarregionen (Böhmen, Schlesien, Sachsen-Anhalt,
Thüringen, Franken)
- Aufbau eines Forschungs- und Verwaltungszentrums mit öffentlich
zugänglicher Bibliothek, Phonothek, Diathek

Publikationsformen

- Neueditionen von sächsischer Orgelmusik
- CD - Produktionen
- Publikationen: Periodikum, Orgeldenkmalinventar (Bildbände,
Broschüren), dabei enge Zusammenarbeit mit der Gesellschaft der
Orgelfreunde und Fachzeitschriften

Veranstaltungsformen

- Konzerte
- Gesprächskonzerte (auch unter Einbeziehung anderer Künste sowie jener
der Orgel verwandten Tasteninstrumente (Klavier, Cembalo)
- Vortragsabende
- Orgelvespern
- Ausstellungen
- Exkursionen