Verein
aus der im Jahre 1991 initierten Sächsisch-Thüringischen Orgelakademie ging aufgrund der sich stärker akzentuierenden regionalen Schwerpunkte die Sächsiche Orgelakademie hervor, die nunmehr seit Jahren mit Erfolg Kurse, Konzerte und Konferenzen veranstaltet. Zahlreiche Anfragen haben gezeigt, daß insbesondere ein reges Interesse und Informationsbedürfnis an der sächsischen Orgellandschaft von Seiten der Bevölkerung sowie bei Sachverständigen, Musikern und Musikwissenschaftlern aus Deutschland und anderen Ländern besteht. Im Rahmen der Kontakte der Sächsischen Orgelakademie zu den Hochschulen des In- und Auslandes entwickelte sich weiterführend der Gedanke an eine zukünftige institution-alisierte wissenschaftliche und künstlerische Form der Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Orgelmusik und des Orgelbaus. Die Instrumente der Orgelbauwerkstätten Silbermann, Bährmig, Kreuzbach, Trampeli, Jehmlich und Eule u.a. prägen die große Tradition der sächsischen Orgellandschaft. Bereichert wird das Spektrum durch Meisterwerke des gegenwärtigen Orgelbaus. Die Gründung kirchmusikalischer Institute und zahlreicher Lehrerseminare im 19. und frühen 20. Jahrhundert verlieh darüber hinaus dem Orgelspiel einen erheblichen Aufschwung. Konzertprogramme, erhaltene Korrespondenzen und nicht zuletzt das kompositorische Schaffen bedeutender Organisten verweisen zudem auf eine erstaunliche Vielfalt lebendiger Beziehungen zur Orgelmusiktradition europäischer Länder. Somit bekräftigte sich die Idee einer Vereinsgründung unter dem Namen:
Sächsische Orgelakademie e.V.
Institut für Orgelbau und Orgelmusik in Europa
Die Stadt Lichtenstein mit ihrer einmaligen Schloßhistorie und der im regionalen Umkreis weitreichenden Kirchenmusiktradition ist eingebettet in eine Region, die von Glauchau bis hin zu den Bergstädten Zwickau, Schneeberg und Schwarzenberg eine große Anzahl wertvoller Orgeln aller Epochen aufweist, die aber auch mit bedeutenden Orgel-und Instrumentenbauzentren wie dem Vogtland und dem benachbarten Böhmen eng verbunden ist. Sie bietet als Standort des Vereins die idealen Voraussetzungen für dessen Ziele und Aufgaben.
Neben der zentralen künstlerischen und wissenschaftlichen Arbeit zur bedeutungsvollen Geschichte des sächsischen Orgelbaus sowie der Orgel-und Kirchenmusik in Sachsen soll ebenso auch die Verbindung zu europäischen Orgelmusikzentren und Kulturtraditionen ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt sein.
Die Sächsische Orgelakademie setzt sich zum Ziel, Treffpunkt und Veranstalter musikwissenschaftlicher Kolloquien und Symposien sowie zahlreicher Aus- und Weiterbildungsangebote für Musikwissenschaftler, haupt-und nebenamtlich praktizierende Organisten, Studenten und interessierte Laien zu sein. Im Laufe der Jahre hat sich eine enge Zusammenarbeit mit namhaften Organisten verschiedener europäischer Länder entwickelt und vertieft. Dazu zählen unter anderem die Professoren Andreas Schröder (Karlsruhe), Martin Strohhäcker (Dresden), Lorenzo Ghielmi (Mailand), Bine Katrine Bryndorf (Kopenhagen), Ewald Kooiman (Amsterdam), Petr Eben (Prag), Jarolav Tuma (Prag) und Roman Perucki (Danzig) sowie Holger Gehring (Dresden), Matthias Eisenberg (Zwickau).
Für die zukünftige Forschungsarbeit des Vereins ist die Einrichtung einer Bibliothek geplant. Unter Einbeziehung anderer Tasteninstrumente, Vokal- und Instrumentalensembles bei Konzerten und Veranstaltungen wird die Orgel immer im Mittelpunkt des Interesses stehen. Besuchern und Laien soll die Königin der Instrumente in ihrer Geschichte, Gestalt und Funktion durch Ausstellungen veranschaulicht werden.
Über Ihr Interesse und Engagement für unsere Vorhaben würden wir uns sehr freuen. Wenn Ihnen unser Anliegen ebenso wie uns am Herzen liegt, laden wir Sie herzlich zur Mitgliedschaft und zur Mitarbeit in der Sächsischen Orgelakademie ein.
Dr. Johannes Roßner
Vereinsvorsitzender