Voll besetzt waren die Plätze im Daetz-Centrum bei dem Orgel-Saxophon-Konzert, das die Sächsische Orgelakademie e.V. anlässlich ihres fünfjährigen Jubiläums am 13. Mai 2006 veranstaltet hatte. Zum festlich gekleideten Publikum im passenden Ambiente von Holzbildhauerkunst gehörten auch Hausherr Peter Daetz, Bürgermeister Wolfgang Sedner mit ihren Gattinen sowie weitere Förderer und Mitglieder der Orgelakademie. Musik in ungewöhnlicher Kombination begeisterte bei diesem Jubiläumskonzert alle Altersgruppen. Wer erlebte, wie der 37jährige Holger Gehring mit der Komposition seines Saxophon-Partners ebenso wie mit einer Melodie aus dem „Phantom der Oper" an der digitalen Konzertorgel brillierte, konnte kaum glauben, dass vor ihnen der Organist der Dresdner Kreuzkirche saß. Dass ein Kirchenmusiker auch heitere Musik darbieten kann, war am Sonnabend bei reichlichem Beifall zu erleben. Das perfekte Zusammenspiel mit dem 30jährigen Dresdner Saxophonisten Matthias Strauch verriet, dass die beiden Musiker nicht zum ersten Mal gemeinsam auftraten.
Worin liegt der Reiz dieser Kombination?
Holger Gehring: „Seit einem Jahr spielen wir sporadisch zusammen, die Freude daran wächst bei jedem Auftritt. Auf die Idee gebracht hat uns der Vorsitzende der Sächsischen Orgelakademie, Dr. Roßner mit einer Anfrage. Warum soll man immer nur die gewohnten Stücke spielen? Wir sind genauso offen für Neues."
Spaß und Konzentration bestimmten das abwechslungsreiche Programm. Beifall belohnte den Soloauftritt Gehrings mit der Toccata und Fuge d-Moll von Bach ebenso wie die Improvisationen von Matthias Strauch, der mit seinem Instrument durch den Raum schritt und sich dabei den Zuhörern auf unkonventionelle Weise näherte. Da beide Künstler in Dresden leben, begannen sie ihr Programm bewusst mit der Fantasie op. 21 des Dresdener Komponisten Carl August Fischer. Den musikalischen Bogen spannten sie weiter mit Robert Schumanns Romanze Nr. 3, mit Stücken von Jacques Ibert, Erik Satie, Charles-Marie Widor und Theo Wegmann bis zur Komposition von Matthias Strauch „Dazwischen der Traum" und der bekannten Andrew-Lloyd-Webber-Melodie.
Holger Gehring ist gebürtiger Bielefelder und studierte an Musikhochschulen in Lübeck, Stuttgart, Frankfurt und Basel unter anderem Kirchenmusik und künstlerisches Orgelspiel. Seit 2004 ist der Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe Organist der Dresdener Kreuzkirche und Orgelsachverständiger der Sächsischen Landeskirche.
Matthis Strauch stammt aus Schwerin, wo er in einer eigenen Jazzband spielte. An der Musikhochschule Dresden studierte er Saxophon und Klarinette. Mit dem von ihm mitgegründeten Trio CHORAPHON (Orgel/Saxophon/Gitarre) tritt er im ganzen Bundesgebiet auf. Mit verschiedenen Theater- und Musikgruppen gestaltet er weitere künstlerische Projekte. Matthias Strauch unterrichtet in Dresden Musik.
Anlässlich ihres Jubiläums hatte die Orgelakademie im Anschluss zu einem Empfang eingeladen. Die Gäste nutzten die Gelegenheit, zwanglos mit den Veranstaltern und den Musikern ins Gespräch zu kommen. Dabei erfuhren sie einiges über die Arbeit des Organisten an einer berühmten Kirche, über sein gutes Verhältnis zu den Sachsen und über die Verbindung Orgel-Saxophon. Die Musiker wurden in Fachgespräche verwickelt, etwa ob die berühmte Fuge nun von Bach sei oder nicht, und freuten sich über zahlreiche lobende Worte. Holger Gehring und Matthias Strauch stimmten überein: „Toller Abend, wir würden jederzeit gern wieder mit der Orgelakademie zusammen arbeiten und auch in diesem schönen Konzertraum auftreten."
Die Gäste äußerten sich begeistert über die gelungene Organisation dieses Abends, die Musik und den in sich stimmigen Rahmen. Viele Besucher waren von Zwickau, Plauen, Chemnitz und anderen Orten nach Lichtenstein gekommen. Einige Gäste zeigten sich überrascht und erfreut, dass sie an diesem Abend bis 19 Uhr die Holzkunstausstellung bewundern konnten.
Die Mitarbeiter des Daetz-Centrums hatten die Stühle im Foyer und auf der Galerie so gestellt, dass wirklich jeder Besucher eine gute Sicht hatte. An diesem Abend hatte ein fahrbares Podest Premiere, das Harald Müller, Werkstattmeister im Daetz-Centrum, für den Transport der 300 Kilogramm schweren Konzertorgel gebaut hatte. Auch diese kleinen Dinge im Hintergrund tragen dazu bei, dass sich das Daetz-Centrum immer mehr zu einem gediegenen Veranstaltungsort für Kulturveranstaltungen entwickelt.
Ein besonderer musikalischer Leckerbissen erwartet Musikfreunde am 22. September, verrät Antje Müller von der Sächsischen Orgelakademie: „Beim Abschlusskonzert der Internationalen Orgelwoche 2006 tritt Weltstar Barbara Dennerlein aus München mit Jazz an der Orgel und Hammond-Orgel am gleichen Veranstaltungsort auf. Wir freuen uns riesig, dass sie in unserem Jubiläumsjahr zu uns kommt. Karten kann man sich bereits jetzt im Daetz-Centrum sichern."
Infos: www.saechsische-orgelakademie.de, www.lichtenstein-sachen.de und www.daetz-centrum.com