Eröffnungskonzert mit Orgelweihe in der Schlosskapelle Waldenburg

Eröffnungskonzert der Internationalen Orgelwoche 2010 Foto: Stöckel
Über hundert Besucher drängten sich am 22. August 2010 in der Schlosskapelle Waldenburg, um die offizielle Weihe der wieder errichteten Jahn-Orgel durch den Superintendenten des Kirchenbezirkes Glauchau, Peter Heß, und das Eröffnungskonzert der internationalen Orgelwoche  mit zu erleben.

Landrat Dr. Christoph Scheurer als Schirmherr betonte bei der Eröffnung: „Die Sächsische Orgelakademie hat sich mit der Pflege der reichhaltigen Orgellandschaft und der Förderung junger Organisten einem außerordentlich schönen  und für die Region bedeutsamen Anliegen gewidmet."

Dr. Johannes Roßner, Vorsitzender der Sächsischen Orgelakademie e. V., dankte den zahlreichen Partnern für die tatkräftige Unterstützung, den Dozenten und  Kursteilnehmern sowie den Sponsoren, deren finanzielle Förderung die Tätigkeit der Orgelakademie ermöglicht: Dem Kulturraum Vogtland-Zwickau, der Stadt Lichtenstein und der Sparkasse Chemnitz.

 „Wir brauchen Orte und Zeiten zum Besinnen. Wir gehen anders hinein als hinaus. Nichts hat sich geändert - alles hat sich geändert - ich habe mich verändern lassen", mit diesen Worten umschrieb Superintendent Peter Heß, wie wichtig es gerade in der oft hektischen Gegenwart sei, einen solchen stimmungsvollen Ort wie diese Schlosskapelle mit der Orgel zu erhalten und für viele Menschen mit Leben zu füllen. Dr. Roßner betonte, dass bei der Internationalen Orgelwoche Menschen im europäischen Sinne zusammengeführt werden, etwas entdecken, vermitteln und von anderen lernen - wobei die Musik Grenzen überwindet. Und genau in diesem verbindenden Sinne spielte Professor Jaroslav Tuma aus Prag, der schon zum dritten Mal die länderübergreifende Orgelwoche mit gestaltet hat, das Eröffnungskonzert mit romantischen Stücken und Improvisationen. „Auf jedes Instrument muss sich ein Organist völlig neu einstellen", erläuterte Dr. Roßner, „denn jede Orgel hat ihre eigenen Besonderheiten."  Das Waldenburger Schloss,  seine Schlosskapelle und die Orgel haben eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Diese ist auf der Titelseite des Amtsblattes Landkreis Zwickau vom 18. August 2010 ausführlich dargestellt (auf den Bürgerämtern des Landkreises und unter http://www.landkreis-zwickau.de/ zu finden).

Die Orgel der königlich-sächsischen Hoflieferantenfirma Jahn & Sohn aus Dresden von ca. 1912 wurde nach dem zweiten Weltkrieg verschrottet. Dem Verein „Artis Causa" ist zu verdanken, dass die Schlosskapelle wieder eine Orgel hat. Neben neuen Bauteilen hat die Orgelbaufirma Bochmann aus Kohren-Sahlis bei der Restaurierung Teile einer Jahn-Orgel aus dem Heinrich-Braun-Krankenhaus Zwickau von 1915, das Register von der Kirchgemeinde Brockwitz bei Meißen von 1907 und hundertjährige Zungenstimmen aus England verwendet. Die Baukosten von 250 TEUR wurden aus Eigenmitteln des Landkreises, Fördermitteln und Spenden bestritten.

Die Sächsische Orgelakademie e. V. wird in Zusammenarbeit mit den Partnern in Waldenburg weitere Veranstaltungen anbieten, Konzerte, musikalisch-literarische Abende und das Podium junger Künstler, bei dem jeweils ein junger Organist und ein weiterer Solist mit einem wechselnden Instrument Konzerte gestalten.

Termine im Kalender unter www.saechsische-orgelakademie.de

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