Dr. Roßner dankte dem Referenten, den drei Kirchgemeinden für die gute Unterstützung und den Sponsoren, die solche Aktivitäten ermöglichen: Der Stadt Lichtenstein, der Sparkasse Chemnitz und dem Kulturraum Vogtland-Zwickau.
Die diesjährige Exkursion der Sächsischen Orgelakademie e. V. leitete Johannes Reichel, der langjähriges Mitglied ist, bis 1996 Kirchenmusiker in Kürbitz war und sich ausführlich mit der Geschichte der Orgeln im Vogtland befasst hat.
Erste Station war die St.-Ägidius-Kirche in Sachsgrün. Hier gab der Referent Einblicke in den Lebensweg von Karl Robert Barth, der am 20. Juni vor 120 Jahren bei der Reparatur der Orgel von Georg Christoph Hofmann (1827) gestorben war. Dabei entstand ein lebendiges Porträt des sehr geschätzten Orgelbauers, der ein kluger und witziger Mensch war. So konnten die Zuhörer auch über manche heitere Episode schmunzeln.
Die Besucher zeigten sich dankbar, dass die Orgelakademie die Aufmerksamkeit auf die nicht so bekannten Orte und Kirchen gerichtet hat. Ein Gast war in Sachsgrün konfirmiert worden. Die Veranstaltung ließ ein Stück seiner persönlichen Geschichte wieder aufleben.
Ein wunderschönes Konzert der Organistin Anne Viehweger aus Rodewisch mit Stücken von Bach, Mendelssohn-Bartholdy und Vincent Lübeck zeigte die Vielfalt dieser spätbarocken Orgel, die bereits romantische Züge aufweist. Den heiteren Abschluss des Programms bildete „Intrade in Jazz" von Johannes Matthias Michel.
Am Nachmittag stand die Kirche in Reuth mit der Orgel von Karl Robert Barth aus dem Jahr 1871 auf dem Programm. Die Pfarrerin, Frau Stepper, stellte den Gästen die Kirche und ihre Geschichte vor. Mehrere Mitglieder der Orgelakademie spielten Stücke auf der ursprünglichen romantischen Orgel an, so dass die einzelnen Register ihre Wirkung entfalteten.
Den Abschluss bildete die Marienkirche in Leubnitz. Hier stellte Dr. Roßner deren Geschichte, den Altar und einige bildende Kunstwerke aus verschiedenen Epochen vor. Dann kam die größte der drei Orgeln dieses Tages zur Geltung - erbaut 1828 von den Gebrüdern Heidenreich aus Franken. Sie gilt als Kunstwerk und gehört zu den wenigen fast im Originalzustand erhaltenen Instrumenten der fränkischen Orgelbauer.
Auch hier spielten einige Mitglieder die Orgel an und stellten mit süddeutscher, italienischer und romantischer Orgelmusik die Register vor.
Bei allen diesen Eindrücken und Informationen kam ein reger Gedankenaustausch auf - und der Wunsch nach weiteren derartigen Veranstaltungen.
Interessenten können sich noch für die Exkursion am 24. August 2010 im Rahmen der Internationalen Orgelwoche nach Frauenstein anmelden (Informationen im Veranstaltungskalender) und bereits den 29. Mai 2011 für die Orgelexkursion in die Oberlausitz mit dem Besuch von Zittau vormerken.