Buchpräsentation

Foto: Andreas Kretschel
Freie Presse Hohenstein-Ernstthal am 28.03.2003
Beitrag von Ilona Mayer

Königin der Instrumente regiert im Museum
Zwei Buchpräsentationen inmitten der Orgellandschaft -
Besucher erlebten Präsentation der Musik

Über 50 Interessierte Gäste strömten am Mittwoch Abend in das Museum der Stadt Lichtenstein. Die Besucher erwartete eine interessante Kombination aus Musik, Bild und Sprache. Durch das Programm führte Dr. Johannes Roßner, Vereinsvorsitzender und Leiter des Institutes für Orgelbau und Orgelmusik in Europa, Sitz Lichtenstein.

Mit Engagement und fundiertem Wissen brachte er selbst dem Laien das Orgelinstrument näher. Die ausgestellten Stücke wurden erklärt und darauf gespielt. Kantor Holger Schmidt aus Oberlungwitz entlockte der Truhenorgel, romantisch, verträumte Klänge, die man sonst nur in Kirchen zu hören bekommt. Diese kleine Orgel aus Massivholz mit einem Platzbedarf von etwa zwei Quadratmetern Grundfläche, zieren nicht nur 31 unterschiedliche Pfeifen, sondern auch wunderschöne Holzverzierungen. Es hätte keinen besseren einstieg für den Autor zur anschließenden Präsentation seines Buches „Orgeln im sächsischen Vogtland" geben können. Dr. Albin Buchholz, der sich seit 30 Jahren mit Musikgeschichte beschäftigt, stieß während seiner Arbeit auf dieses wundervolle Instrument die Orgel und stellte eine Dokumentation zu einer eindrucksvollen Orgellandschaft zusammen. Das vorliegende Manuskript mit 129 Fotos und außerdem aufschlussreichen Kommentaren sowie die aufwändigen nicht immer einfachen Recherchen für die Kurzbiographie ist fertiggestellt und soll noch in diesem Jahr veröffentlicht werden, im Silbermann-Jahr ein würdiger Rahmen wie Dr. Albin Buchholz mitteilt.

Beim folgenden Hörerlebnis wurde der Zuhörer in die Zeit des Barock entführt. Händel auf einen flämischen Cembalo, hier sieht man keine Pfeifen, sondern Seiten, deshalb die hellen, fast hüpfenden Töne.

Im Anschluss holte Pater Walter Lange die Musikliebhaber wieder zurück zur Orgel. Seinen Worten die von Klangfarben und Romantik sprechen, konnte man entnehmen wie er dieses Instrument liebt. Die Broschüre „Orgeln im Mülsengrund" präsentiert er als Autor, und nennt sie eine Dokumentation des kulturellen Erbes.

Das Besondere ist die begleitende CD, aufgenommene Orgelklänge aus dem Mülsengrund, in dem immerhin zehn Orgeln existieren, die Kleinste ist mit drei, die größte mit 30 Registern ausgestattet.

Nach den Buchpräsentationen spielt Holger Schmidt das alte französische Harmonium. Schmidt beherrscht jedes Instrument, welches in dieser Ausstellung zu sehen ist, spielt seit seinem 15. Lebensjahr die Orgel und begann bereits mit zwölf Trompetenklänge in den Raum zu schmettern.